Leon Bauchmüller bewies beim zweiten Rennwochenende der ADAC GT4 Germany auf dem Norisring großen Kampfgeist. Nach einer Infektion war der 19-Jährige aus Kirchlinteln-Bendingbostel körperlich noch nicht wieder bei voller Kraft. Trotzdem zeigte der Nachwuchsfahrer von ME Motorsport eine deutliche Entwicklung im BMW M4 GT4 Evo und fuhr im Sonntagsrennen auf Platz neun. 118.000 Zuschauer sorgten auf dem traditionsreichen Stadtkurs in Nürnberg für eine beeindruckende Kulisse.
Die Vorbereitung auf das zweite Saisonwochenende verlief für Bauchmüller alles andere als optimal. Über mehrere Wochen setzte ihn eine hartnäckige Infektion außer Gefecht. Erst rund zwei Wochen vor dem Norisring-Wochenende trat eine deutliche Besserung ein. Vier verlorene Kilogramm und der Trainingsrückstand machten sich aber weiterhin bemerkbar. Entsprechend vorsichtig musste er seine Rückkehr ins Cockpit angehen.
Hinzu kam eine völlig neue Herausforderung. Bauchmüller trat erstmals auf dem nur 2,162 Kilometer langen Norisring an. Bodenwellen, enge Betonmauern und das kompakte Layout verlangten eine schnelle Umstellung. Im Verlauf des Trainings am Freitag steigerte sich der Förderpilot des ADAC Wesem-Ems jedoch kontinuierlich und fand immer besser in seinen Rhythmus.
Im Qualifying bestätigte er den Aufwärtstrend mit Startplatz neun für das Samstagsrennen. Nur ein kleiner Fehler in der ersten Kurve kostete rund eineinhalb Zehntelsekunden und damit eine noch bessere Ausgangsposition. Viel wichtiger war für Bauchmüller jedoch das Gefühl im Auto: Im Vergleich zum Saisonauftakt auf dem Red Bull Ring fühlte er sich deutlich wohler im BMW M4 GT4 Evo und konnte dessen Potenzial besser nutzen.
Das erste Rennen begann zunächst solide. Nach einem Positionsverlust in der Startphase kämpfte sich Bauchmüller zurück, musste nach einer Berührung und einem Verbremser in der ersten Kurve jedoch erneut Boden gutmachen. Dabei verlor er rund sechs Sekunden, holte die verlorenen Positionen anschließend aber wieder auf und übergab das Auto auf Rang neun an seinen Teamkollegen Lucas Stiefelhagen. Eine spätere Penalty Lap wegen einer kurzzeitigen Geschwindigkeitsüberschreitung während einer Full Course Yellow Phase warf das Duo im Endergebnis zurück.
Für das Rennen am Sonntag übernahm Leons Teamkollegen am Samstagabend das Zeittraining und holte Startposition zehn heraus. Diesen Rang verteidigte der Niederländer dann auch im ersten Abschnitt des Rennens. Bauchmüller verlor im Zuge des Stopps zunächst eine Position, holte diese auf der Strecke jedoch wieder zurück und brachte den BMW auf Platz neun ins Ziel. Gleichzeitig durfte sich sein Teamkollege über den Sieg in der Rookie-Wertung freuen.
„Die vergangenen Wochen waren gesundheitlich sehr schwierig und ich habe am Wochenende deutlich gemerkt, dass mein Körper noch nicht wieder bei 100 Prozent ist. Trotzdem nehme ich viel Positives mit. Ich habe mich im BMW deutlich wohler gefühlt als noch am Red Bull Ring und hatte erstmals das Gefühl, wirklich im Auto angekommen zu sein. Der Norisring war komplett neu für mich und eine ganz besondere Herausforderung. Am Sonntag haben wir ein fehlerfreies Rennen gezeigt und Platz neun geholt. Jetzt möchte ich mich vollständig erholen und dann wieder gezielt ins Training einsteigen. Für Oschersleben bin ich sehr positiv gestimmt“, fasste Bauchmüller zusammen.
Viel Zeit bis zur nächsten Herausforderung bleibt nicht. Bereits vom 24. bis 26. Juli gastiert die ADAC GT4 Germany in der Motorsport Arena Oschersleben. Die Strecke kennt Bauchmüller bereits aus seiner Zeit im ADAC Tourenwagen Junior Cup. Bis dahin steht für den 19-Jährigen jedoch zunächst die vollständige Genesung im Mittelpunkt.